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Vom Loslassen, vom Vertrauen und vom Zauber des Anfangs

Aktualisiert: 30. Jan.


Wir haben Ende 2025 Armin Haas in die wohlverdiente Pensionierung verabschiedet – und ich merke, dass mir das nicht ganz leicht fällt. Armin war ein aussergewöhnlich aufmerksamer Begleiter. Sein grosses Herz hat die woche53 geprägt: durch sein feines Gespür für Menschen, seine Warmherzigkeit und Grosszügigkeit, sein echtes Interesse an jedem einzelnen Teilnehmenden. Von ihm habe ich gelernt, wie sich Herz, Strategie und Präzision auf selbstverständliche Weise verbinden lassen. Solche Menschen lässt man nicht gerne ziehen.


Jetzt ist Loslassen angesagt. Ein grosses Wort. Es klingt nach Abschied, nach Ende, vielleicht sogar nach Verlust. Vielleicht fällt uns Loslassen deshalb oft schwer, weil wir es mit Vergessen verwechseln. Als müsste etwas oder jemand verschwinden, damit Neues Platz hat. Doch so ist es nicht. Was uns geprägt hat, bleibt. Es verändert nur seine Form. Beziehungen, Erfahrungen, gemeinsame Erlebnisse lösen sich nicht auf, nur weil sich Wege trennen.


Gleichzeitig ist Bewegung Teil von allem, was lebendig ist. Und so gehört zum Abschied auch die Vorfreude: Mit Manuela und Urs kommen zwei neue Coaches zur woche53. Neue Stimmen, neue Fragen, neue Impulse. Nicht als Ersatz, sondern als Erweiterung. Ich freue mich auf das, was entsteht, wenn Vertrautes im Rücken liegt und sich Neues erst langsam zeigt.


Zum Loslassen gehört Vertrauen. Nicht als blinder Optimismus, sondern als Vorschuss. Vertrauen darauf, dass das, was kommt, sich noch entfalten darf. Dass Zukunft nicht einfach da ist, sondern im Entstehen begriffen – und dass wir ihr mit Offenheit und Zuversicht begegnen können, auch ohne schon zu wissen, wie sie aussehen wird. Liegt darin nicht etwas Zauberhaftes: im Unfertigen, im Noch-nicht-Wissenden, im offenen Raum zwischen Abschied und Neubeginn?


Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne." Hermann Hesse

Gerade in einer Welt, die sich an vielen Orten gleichzeitig verunsichert, verhärtet und polarisiert zeigt, ist dieses Vorschussvertrauen alles andere als selbstverständlich. Wenn es gelingt, statt angstvoll vertrauensvoll in die Zukunft zu blicken, wird die Gegenwart leichter. Und es ermöglicht, dem Kommenden Raum zu geben – ohne das Vergangene festzuhalten.





 
 
 

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