Reprise Teilnehmer, Matthias L., 41 Jahre, Basel

 

Aufbrechen, Geniessen, Reflektieren, Handeln

 

Jetzt sind es schon wieder über drei Wochen her, seit ich von der woche53 zurück bin. Und noch immer klingt diese bewegte Auszeit nach – und wie! Selten kam ich so gestärkt, so inspiriert und so voller Tatendrang von einer „Ausbildung“ zurück. Der Begriff „Ausbildung“ greift für die erlebte woche53 allerdings viel zu kurz. Bei mir hat sich im Laufe dieser 5 Tage aber „herausgebildet“, wie sehr ich im Grunde meine Arbeit mit Menschen in den verschiedenen Projekten schätze und wie ich meine Arbeit noch besser und produktiver steuern kann. Diese Woche der totalen Entschleunigung, fernab der Alltagshektik und ohne dauernden Blick auf das iPhone hat mich gelehrt, wie wichtig es für mich ist, ganz bewusst, einerseits das volle Leben intensiv zu geniessen und anderseits mir immer wieder Zeitinseln zu nehmen, um mindestens kurz innezuhalten und zu reflektieren.

 

Die Arbeit mit dem Notizbuch, das Festhalten wesentlicher Gedanken, das zu Papier bringen von Ideen und Reflektionen hat mir unheimlich gut gefallen. Das geschah zum Teil unterwegs an wunderbaren, inspirierenden Orten oder nach dem Ankommen im Zimmer des Gasthofes vor dem Nachtessen oder vor dem Einschlafen. Und alles in absoluter Ruhe, konzentriert, ohne Termine, ohne Gehetz. Auch das bewusste Schweigen unterwegs für mehrere Stunden war für mich eine neue Erfahrung. Einerseits habe ich dadurch die wunderbare Natur, die duftenden Wälder, die frisch gemähten Wiesen, die Vogelstimmen und den regelmässigen Ausblick auf die herrlichen Schneeberge viel intensiver wahrgenommen. Anderseits habe ich meine anstehenden Fragen und Anliegen intensiv überlegt – im wahrsten Sinne des Wortes. Mir hat diese Form der Auseinandersetzung geholfen, meine Fragen ohne Lärm, ohne Druck und ohne Ablenkung zu erörtern, einfach in Ruhe zu überlegen. Eine meiner Fragen war zum Beispiel, wie es mir künftig besser gelingt, weniger reaktiv zu arbeiten; mich also weniger von externen Impulsen leiten und ablenken zu lassen, sondern meine Tage mehr selbst zu planen, eine pro-aktivere Selbstbestimmung in meine Arbeit einzubauen und mir damit mehr Handlungsfreiheit einzurichten. Es war für mich erstaunlich, was alles an neuen Lösungsmöglichkeiten und Sichtweisen zusammenkam. Dies nicht zuletzt auch aufgrund von den regelmässigen Impulsen von Norbert und kurzen Coaching-Gesprächen auf unserem Weg.

 

Norbert, unser Coach, hat uns schon am ersten Tag erklärt, dass neurobiologisch das Bewegungszentrum und das Verarbeitungszentrum ganz nahe beieinander sind. In dieser woche53 unterwegs erfährt man das auf eindrückliche Weise am eigenen Leib bzw. im eigenen Kopf.

 

Am letzten Tag der woche53 wurden wir gefragt, die Erkenntnisse in einer möglichst komprimierten Verdichtung zu formulieren. Ich habe für mich dieses einmalige Lernerlebnis in folgende Kurzformel zusammengefasst: Aufbrechen, Schweigen, Geniessen, Reflektieren, Handeln. Und diese fünf Wörter schwingen bei mir immer noch nach. In diesem Sinne kann ich die woche53 jeder und jedem empfehlen, die/der sich ernsthaft mit den anstehenden Fragen und Anliegen einmal in einer total anderen Art nachhaltig auseinandersetzen will. Die unmittelbare Wirkung ist beeindruckend.