Geduld - woher nehmen?

Gemäss Wörterbuch ist Geduld ruhiges und beherrschtes Ertragen von etwas, was unangenehm ist oder sehr lange dauert.

 

Die Corona-Pandemie dauert schon sehr lange und ist unangenehm, also brauchen wir – um sie ruhig und beherrscht zu ertragen - doppelt Geduld. Gerade jetzt, wo doch die Hoffnung auf Lockerungen und wiederkehrende Normalität so gross war.

 

 

Stephen Covey rät in seinem berühmten «Circle of Influence»1, sich nicht mit Dingen aufzuhalten, die ausserhalb des eigenen Einflussbereichs liegen. Das kostet nur Zeit und macht unglücklich. Nicht das Problem oder die unabänderliche Tatsache soll die Energie bekommen. Es wäre viel sinn- und wertvoller, die Konzentration auf das Suchen von Lösungen oder Möglichkeiten im eigenen Einflussbereich zu legen. Auf das, was wir aktiv gestalten, mitgestalten und selber entscheiden können. Dadurch vergrössert sich der eigene Einflussbereich automatisch.

 

Aber was bedeutet dies in Zeiten von behördlich verordneten Handlungsbeschränkungen und Zwängen? Wo ist mein Handlungsspielraum?

 

Ich versuche, meine Aufmerksamkeit nicht auf das zu lenken, was zur Zeit nicht geht, sondern auf meinen persönlichen Einflussbereich. Und der ist überraschend gross. So habe ich mir u.A. eine Liste gemacht mit Aktivitäten, für die ich wohl nach der Pandemie nicht mehr so viel Zeit haben werde. Deshalb geniesse ich sie jetzt umso mehr, z.B. Yoga mit Mady Morrison (www.madymorrison.com) oder die aktuellen Bücher von Schweizer SchriftstellerInnen (z.B. "Senor Herreras blühende Intuition" von Linus Reichlin). Womit ich auch grad automatisch meinen Geduldsmuskel trainiere.

 

Es gibt Tage, an denen es mir nicht gelingt, geduldig zu sein. Da muss ich zu einer anderen Strategie greifen, um in der Kraft zu bleiben. Ich versuche dann, geduldig mit mir zu sein, dass ich jetzt einfach grad ungeduldig bin! Es werden bessere Zeiten kommen, die Frage ist nur noch wann.

Gestern habe ich in der Demenzabteilung eines Altersheims eine Bewohnerin zur andern sagen hören "Geduld bringt Rosen".

 

In diesem Sinne habe ich mir jetzt einen Strauss Rosen fürs Büro gekauft.

 

Im Namen des woche53-Teams wünsche ich dir gutes Geduldstraining oder viele Rosen.

 

Danièle Zatti