Aufrichten durch richtiges Atmen

Neulich bin ich mit dem Velo in der Natur unterwegs gewesen, habe die spätsommerliche Wärme und frische Luft genossen. Die ersten Blätter färben sich orange-braun und es raschelt schon leicht auf dem Boden - der Herbst hält Einzug. Ich bin immer wieder fasziniert vom Schauspiel der Natur beim Wechsel der verschiedenen Jahreszeiten.

Besonders deutlich sehe ich das an den Sonnenblumenfeldern - im Hochsommer strahlen sie stolz und energievoll, nun wirken sie mit den verwelkten und «geknickten» Köpfen ganz kraftlos. Dieses Bild erinnert mich auch an uns Menschen, wenn wir energielos, mit gekrümmter Wirbelsäule und gesenkten Köpfen durch den Tag gehen. Oftmals atmen wir ganz flach, hecheln kurzatmig durch den Alltag, wodurch die Versorgung des Körpers mit Sauerstoff auf Sparprogramm läuft. Das macht sich auch in der Körperhaltung bemerkbar - wir «knicken ein» wie eine Sonnenblume im Spätsommer.

Um sich wieder aufzurichten, hilft die Atmung und diese natürliche Quelle unserer Lebensenergie zu nutzen. Nur durch richtiges, tiefes Atmen versorgen wir den ganzen Körper bis in die kleinste Zelle mit Sauerstoff und Energie, was uns von innen heraus stärkt. Gleichzeitig wird dadurch Stress und Verspannungen entgegengewirkt, der Gedankenfluss kann sich beruhigen und der Puls verlangsamt sich.

 

Körperübung: Tausche doch einmal den flachen Alltagsatem gegen eine Tiefenatmung ein: 

 

Nimm bewusst einen tiefen Atemzug bis in den Bauch hinein, so dass er sich wölbt. Beim Ausatmen schicke deinen Atem der Wirbelsäule entlang zum Kopf und stelle dir vor, wie er über deinen Scheitel hinausströmt. Wiederhole dies ein paarmal. Und beobachte deinen Körper: du gewinnst mehr Platz zum Atmen, deine Wirbelsäule richtet sich auf, und vielleicht merkst du, wie sich Verspannungen im Schulter- und Nackenbereich lösen. Es lohnt sich, diese Übung mehrmals am Tag zu machen.