Einmal pro Tag Monotasking

Wir versuchen es zwar ständig, aber es will uns nicht recht gelingen. Die Rede ist vom Multitasking. Seit die Hirnforschung eindeutig nachgewiesen hat, dass das menschliche Gehirn schlicht nicht fähig ist zu „multitasken“, lohnt es sich, die digitalen Geräte öfter mal wegzulegen und sich auf das zu fokussieren, was gerade im richtigen Leben passiert. Zum Beispiel auf der Traminsel einfach nur die Sonnenstrahlen auf dem Gesicht zu spüren. Oder mal kurz innehalten, das Fenster öffnen und den Vögeln lauschen. Oder sich ungeteilt und voll auf das Gegenüber einzulassen, um wirklich mit allen Sinnen zu verstehen, was der andere meint.

Carl Honoré, Vertreter des sogenannten Slow Movement, empfiehlt, dass wir uns alle dringend im Monotasking üben müssten, also im bewussten Tun von nur einer Sache zu einer Zeit. „Wenn wir sehr beschäftigt sind, verlieren wir den Blick für die grosse strategische Richtung, in die wir unterwegs sind“, sagt Honoré. Es geht also darum, nicht viele Dinge gleichzeitig schlecht zu tun, sondern eine Sache nach der anderen – dafür aber richtig. Unterbrechen wir Tätigkeiten, um kurz etwas anderes zu erledigen, ist das ziemlich unproduktiv. Es verlängert die Zeit, beide Aufgaben ganz fertigzustellen. Multitasking macht uns also langsamer und verschlechtert häufig auch die Qualität unserer Arbeit. 

 

Ich habe mir vorgenommen, einmal pro Tag – sei es bei der Arbeit, unterwegs oder zu Hause – mich ganz bewusst im Monotasking zu üben. Nur eine Sache und diese ganz fokussiert, nichts anderes. Zugegeben, nicht ganz einfach, aber wenn es gelingt, ein wunderbares Gefühl (und ein kleiner persönlicher Sieg über den tief verwurzelten Reflex, noch rasch gleichzeitig etwas anderes zu tun). 

Armin Haas